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    Erinnerung an Nazi-Überfall auf Arbeiterhaus

    Ortsverein Heidekreis

    Erinnerung an Nazi-Überfall auf Arbeiterhaus

    Der Heidekreis-Vorstand des Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) erinnerte an das „Volkshaus“ der Soltauer ArbeiterInnenvereine und dessen Erstürmung und Enteignung 1933.

    In ihrer Begrüßung betonte Uschi Bock, GEW,: „Es gehört leider zu den dunklen Teilen der Soltauer Geschichte, dass das Volkshaus, das am 1. Mai 1933 noch hier stand, am folgenden Tag von der Soltauer SA gestürmt wurde.“

    Der ehemalige Ratsvorsitzende Willi Schwethelm berichtete: „Im harten Winter 1932/ 33 waren viele Soltauer auf eine warme Mahlzeit aus der Suppenküche des vaterländischen Frauenvereins oder in einem Pfarrhaus angewiesen.“ Auch heute gebe es hier viele Mitbürger, die schuldlos auf die Hilfe der Tafel angewiesen seien. Auf die Menschen werde oftmals herab gesehen. Das Klima sei gefährlich, weil die AfD diesen Verlust an Mitmenschlichkeit für ihre Zwecke nutze. Die neue Rechte wolle das Renteneintrittsalter erhöhen, was empfindliche Rentenkürzung bedeute, da viele gar nicht in der Lage seien solange zu arbeiten.

    Erinnerung an Nazi-Überfall auf Arbeiterhaus ver.di Erinnerung an Nazi-Überfall auf Arbeiterhaus

    Nach der Weltwirtschaftskrise 1929 versorgten selbstorganisierte Konsumvereine auch in Soltau Menschen mit preisgünstigen Lebensmitteln. Nach der Machtübertragung auf die Nazis 1933 verboten diese zuerst die Arbeiterorganisationen. Am 2.Mai 1933 wurden reichsweit Gewerkschaftshäuser überfallen. Auch in Soltau und Munster stürmte „befehlsgemäß“ SA die Volkshäuser.

    1985 wurde auf Initiative von Andreas Otto, SPD, dort wo früher das Volkshaus stand (heute C&A) eine städtische Gedenktafel angebracht. Eine Entschädigung gab es nie.

    Zur derzeitigen Lage erklärte DGB-Kreisvorsitzender Charly Braun, dass die AfD unsozial, marktradikal und rassistisch sei. An prekär Lebende AfD-Anhänger gerichtet, zitierte er Bert Brecht: „Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber“. Die AfD bestreite die Gleichheit der Menschen und könne darum nicht wie eine normale demokratische Partei behandelt werden.

    Das Gedenken endete mit dem Niederlegen eines roten Gestecks, mit dem Schleifenaufdruck „Nie wieder Faschismus“.

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