Nachrichten

    Knecht Ruprecht ist sauer

    NORD/LB

    Knecht Ruprecht ist sauer

    (frei nach Theodor Storm)


    Von drauss‘ vom Walde komm‘ ich her;

    und kenn‘ die NORD/LB kaum mehr!
    Allüberall auf des Turmes Spitzen
    Seh‘ ich Investoren sitzen;
    Und droben aus dem Vorstandstor
    Sah mit großen Augen ein‘ Heuschreck‘ hervor,
    Und wie ich so strolcht‘ durch den finstern Tann,
    Da rief sie mich mit heller Stimme an:

    „Knecht Ruprecht“, rief sie, „alter Gesell“,
    Hebe die Beine und beweg dich schnell!
    Die Fristen fangen zu laufen an
    Das Höllentor ist aufgetan,
    Alt‘ und Junge soll‘n sich sputen
    Und alsbald das Weite suchen.
    Und morgen flieg‘ ich hinab zur Erden,
    Denn ich will zur Plage werden!“

    Vor kurzem noch undenkbar – heute ein realistisches Szenario: Eine deutlich geschrumpfte NORD/LB als Finanzunternehmen mit dem alleinigen Ziel der Gewinnmaximierung! Aktuell verhandeln die Träger der NORD/LB nur noch mit Private Equity-Firmen darüber, unter welchen Bedingungen diese bereit wären, als Kapitalgeber für die Bank zur Verfügung zu stehen. Was bedeutet eine solche Lösung für die Menschen, die in der NORD/LB arbeiten? Die Antwort ergibt sich aus dem Geschäftsmodell von Private Equity-Firmen und den bisherigen Erfahrungen mit ihnen:

    • Es wird über „One Bank“ hinaus erheblichen Personalabbau geben, da zukünftig nur Geschäftsfelder eine Zukunft haben, die eine Mindestrendite von ca. 10% haben

    • Weiterer Arbeitsplatzverlust tritt ein, weil die Unternehmensbereiche, die eng mit dem öffentlichen Finanzsektor verbunden sind, nicht in die neue Bank passen. Die Bank in ihrer jetzigen Struktur wird zerschlagen

    • Je nach Investor wird es die Hebung von Synergien mit anderen Unternehmen geben, an denen der Finanzinvestor beteiligt ist. Mit verstärkten Auslagerungen von Arbeitsplätzen ist zu rechnen

    Offen ist unter anderem die Frage, wie sich eine zukünftige Unternehmensführung zur Frage der Arbeitsbedingungen und zu Tarifverträgen positioniert.

    Fest steht: Wir können nicht darauf hoffen und warten, dass sich die bisherigen und die neuen Eigentümer um die Zukunft unserer Arbeitsplätze kümmern.
    Das können wir nur selbst tun!

    Unser gewerkschaftliches Ziel:
    Wir wollen die bisherigen Standorte der NORD/LB und möglichst viele Arbeitsplätze erhalten – und die Arbeitsbedingungen natürlich auch!
    Das funktioniert aber nur mit Ihrer aktiven Unterstützung!

    Schon häufig ist es Gewerkschaften gemeinsam mit Betriebs- oder Personalräten gelungen Arbeitsplätze und Standorte zu erhalten – wenn die Belegschaft bereit war sich öffentlich für ihre Interessen einzusetzen. Dass die Erfolgsaussichten umso größer sind, je höher der gewerkschaftliche Organisationsgrad ist, liegt auf der Hand.

    Es ist höchste Zeit: Unterstützen Sie die Gewerkschaft ver.di durch Ihre Mitgliedschaft und Ihre Beteiligung an unseren Aktionen.

    ver.di – besser als zugucken und innere Kündigung!

    Die Beschäftigten der NORD/LB haben mit hohem Engagement seit vielen Jahren für den Erfolg dieser Bank gearbeitet – zum Wohle der Kunden und der Bank!

    Wir erwarten von den Trägern dieser Bank, dass sie ihre Verantwortung gegenüber 6.000 Beschäftigten und ihren Familien wahrnehmen.
    Wir erwarten von den öffentlichen Eigentümern dieser Bank, dass sie zu ihrer Bank stehen und alles tun, um die NORD/LB zu erhalten.

    Über 3.000 Unterschriften für den Erhalt der NORD/LB und eine Demonstration zum niedersächsischen Landtag – das war ein erstes Signal der Beschäftigten.
    Es geht um Ihren Arbeitsplatz! Ohne Ihre aktive Unterstützung können wir nicht erfolgreich sein.

    Wir kommen in Kürze wieder auf Sie zu.

    Bis dahin wünschen wir Ihnen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
    Ihre Gewerkschaft ver.di