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    ver.di Protestaktion im AKH Celle

    Ortsverein Celle

    ver.di Protestaktion im AKH Celle

    ver.di Protestaktion im AKH Celle Jürgen Elendt ver.di Protestaktion im AKH Celle

    Anlässlich einer außerordentlichen Sitzung des AKH-Aufsichtsrates empfingen am 27. November etwa fünfzig Krankenhausbeschäftigte die Mitglieder dieses Gremiums unter dem Motto „Wir zahlen nicht für eure Misswirtschaft“ und überreichten "Ruten für den Aufsichtsrat"

    ver.di Protestaktion im AKH Celle Jürgen Elendt ver.di Protestaktion im AKH Celle

    Anlass waren öffentlich in Aussicht gestellte Verschlechterungen der Arbeits- und Vertragsbedingungen. Denn nach dem Wechsel des AKH-Vorstandes war plötzlich und überraschend ein riesiges Defizit in der Jahresbilanz 2017 entdeckt worden Weder Geschäftsführung noch Wirtschaftsprüfer oder der Aufsichtsrat hatten dies zuvor bemerkt und es herrscht große Uneinigkeit, wie denn Krankenhausbilanzen überhaupt richtig zu „gestalten“ sind.

    Offensichtlich haben Wirtschaftsfachleute die Krankenhäuser uneingeschränkt erobert und der wirtschaftliche Aspekt bestimmt alleine die Beurteilung dieser Einrichtungen. Die öffentliche Diskussion um die Situation der Krankenhäuser der AKH-Gruppe in Peine und Celle dreht sich nur noch um betriebswirtschaftliche Ziele, Bilanzen, Soll und Haben, Euros und Cent.

    Tatsächlich sind Krankenhäuser Einrichtungen zur Versorgung kranker Menschen. Kriterien eines guten Krankenhauses sind treffsichere Diagnostik, wirksame Therapie, professionelle und gleichzeitig humane Pflege, Sauberkeit, Hygiene, reibungslose Abläufe, gesundes Essen, funktionierende Technik und freundliche Atmosphäre. Ziel ist Heilung kranker Menschen oder zumindest Linderung von Beschwerden.

    In der augenblicklichen Diskussion rechnen Geschäftsführer ihre eigenen Bilanzen schön und die Leistungen des Vorgängers schlecht; es geht um die Frage, wer der tollste Betriebswirt ist und wie man anderen die Schuld an Defiziten in die Schuhe schieben kann. Dabei geht es sicher auch um die Höhe von Bonuszahlungen und vielleicht um Bilanztricks zur Vorbereitung von Outsourcing und Privatisierung. Denn es wird nicht vor der Ankündigung zurückgeschreckt, dass es durch einschneidende Maßnahmen für alle schmerzlich werden soll, wohl mit Ausnahme von Vorständen, Direktoren und Aufsichtsräten.

    Die Drohung richtet sich an Krankenhausmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, die seit Jahren an der Grenze ihrer Belastbarkeit arbeiten und auch darüber hinaus. Und die Drohung geht aus von Politikern; also von Vertretern einer Politik, die seit mehr als zwanzig Jahren die Ökonomisierung des Gesundheitswesens betreibt und so die aktuelle Situation herbeigeführt hat.

    Und in Celle geht die Drohung von einem Landrat und einem Oberbürgermeister aus, die nach bisherigen Stellungnahmen jede Unterstützung unserer Krankenhäuser ablehnen. Sie haben die Rahmenbedingungen geschaffen, sie sind ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen, sie verweigern finanzielle Hilfe, bekunden kein Interesse an einer guten Gesundheitsversorgung und verlangen von anderen, weniger begünstigten, abhängig Beschäftigten ein Opfer.

    Sie sollten sich schämen.

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