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    Traditionelles Heringsessen

    Ortsverein Holzminden

    Traditionelles Heringsessen

    Traditionelles Heringsessen der ver.di Seniorinnen und Senioren mit Forstseminar ver.di Traditionelles Heringsessen der ver.di Seniorinnen und Senioren mit Forstseminar

    Traditionelles Heringsessen der ver.di Seniorinnen und Senioren mit Forstseminar

    Das diesjährige Heringsessen der ver.di Senioren fand erstmals im Altendorfer Hof statt. Der 1. Vorsitzende Horst Loeper freute sich über die Anwesenheit von über 50 Teilnehmern. Besonders begrüßt wurde der Bürgermeister unserer Stadt Jürgen Daul.

    "Hoch auf dem gelben Wagen" wurde vor dem Essen unter der Leitung von Siegfried Albrecht mit viel Engagement gesungen. Anschließend standen leckere Heringe und Jägerrouladen zum Verzehr-bereit.

    Anschließend konnte Horst Loeper den Referenten des heutigen Tages Revierförster Andreas Helms aus Mühlenberg begrüßen. Mit seinem Thema: Forstwirtschaft im Wandel der Zeit - vom Kienrußbren--ner zum Harvester - in Bild und Ton, spannte er einen Bogen vom 12. Jahrhundert bis in die Neuzeit. Die Forstwirtschaft im Solling wird 1157 erstmals urkundlich erwähnt. Vom 11. bis zum 13. Jahrhun-dert / verminderten sich die Waldflächen Europas auf die Hälfte ihres Bestandes. Adel und Kirche hielten Hand auf den Wald, z.B. ab 825 das Kloster Corvey, damit war auch das Vorrecht der Jagd verbunden. Im Jahre 1532 erfolgte die Erste Welfische Holzordnung die verbot, fruchtbare Bäume zu hauen. Es entwickelte sich um 1600 neben dem Beruf des Jägers auch der Beruf des Försters. Ca. im 18. Jahrhundert wurde die Bedeutung des Waldes als Rohstoffquelle erkannt . Das Prinzip der Nach-haltigkeit besagte, dass nur so viel Holz geschlagen werden durfte, wie durch planmäßige Aufforstung aus geglichen wurde.

    In diesem Zusammenhang sei als großer Solling Reformator der Herzogliche Oberjägermeister Johann Georg von Langen genannt. Neben der Forstwirtschaft spielte die Glasmacherei eine nicht unwesentliche Rolle. 1397/98 wurde erstmals urkundlich die Herstellung von Glas in Wanderglas-hütten erwähnt.

    Zu der Köhlerei als dritten Erwerbszweig wartete Herr Helms mit eingehenden Erläuterungen auf. Ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor ist heutzutage wieder das Brennholz. Hier haben gerade in letzter Zeit massive Sturmschäden der Produktion zu schaffen gemacht.

    Aktuell bereitet der Borkenkäfer den Verantwortlichen die größte Sorge. 1000 Festmeter sind z.Zt. pro Tag von ihm befallen. Wurde der Transport des Holzes in früheren Zeiten durch die Flößerei und Rückepferde bewältigt, dominiert heute der Harvester im Wald. In eindrucksvollen Bildern wurde den Senioren vorgeführt, welche gewaltige Arbeit dieses Gerät verrichten kann.

    Zur Abrundung zeigte Herr Helms zum Schluss noch einen Kurzfilm aus den 70er Jahren über die Holzwirtschaft im Schwarzwald.

    Mit reichlichem Applaus wurde Herrn Helms für diese fachlich hervorragenden und sehr verständli-chen Ausführungen gedankt.

    Wie üblich, blieb man noch einige Zeit in gemütlicher Runde beisammen.