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    Fachkräftemangel bekämpfen

    DRK-Reformtarifvertrag

    Fachkräftemangel bekämpfen

    Fachkräftemangel durch attraktive Arbeitsbedingungen bekämpfen

    Das Deutsche Rote Kreuz ist in Niedersachsen Arbeitgeber für rund 15.000 Beschäftigte. Sie übernehmen Verantwortung. In 148 Rettungswachen stehen sie 365 Tage im Jahr rund um die Uhr für die Rettung unserer Mitmenschen bereit, sie fördern in 367 Kindertagesstätten 24.524 Kinder, versorgen in 76 ambulanten Pflegediensten Ältere und Kranke, pflegen und umsorgen in 34 Tagespflegeeinrichtungen, in 52 Einrichtungen des Betreuten Wohnens und 60 Pflegeheimen mehr als 6.000 Menschen.

    Und wie sieht es mit der Wertschätzung der Beschäftigten aus?

    Die Arbeitsbedingungen beim DRK in Niedersachsen sind ein Flickenteppich. Die Bezahlung für den gleichen Job kann sehr unterschiedlich sein. Auch die Ausbildungsbedingungen unterscheiden sich von Kreisverband zu Kreisverband. Die Bedingungen des DRK-Reformtarifvertrags werden oft deutlich unterschritten. Der Grund: Die meisten DRK-Gliederungen in Niedersachsen sind nicht Mitglied der Bundestarifgemeinschaft, so dass bei ihnen der DRK-Reformtarifvertrag nicht gilt.

    Für alle besser: DRK-Reformtarifvertrag

    Von lokalen Ausnahmen abgesehen ist keine Initiative im DRK zu erkennen, zum Flächentarif zurückzukehren. Der DRK-Landesverband hat – im Unterschied zu andere Wohlfahrtsverbänden – sogar den Versuch torpediert, für die Altenpflege wieder einheitliche Bedingungen in Niedersachsen zu schaffen. So ist das DRK zwar ein steuerbefreiter, nationaler Wohlfahrtsverband, tatsächlich sorgt es aber oft dafür, die Arbeitsbedingungen in einer Branche abzusenken.

    Beispiele:

    • In der ambulanten und stationären Altenpflege des DRK in Hannover bekommen Fachkräfte nicht selten pro Monat 1.000 Euro weniger als nach Tarif. Die Folge: Extremer Mangel an Fachkräften in der Alten- und Krankenpflege, an vielen Orten Pflegenotstand!

    • In den Flüchtlingsunterkünften des DRK in Hannover wird nicht nach Tarif bezahlt, Sozialarbeiter erhalten bis zu 1.000 Euro weniger pro Monat. Die Folge: Tarifgebundene Verbände bekommen keine Aufträge, Verfall des Entgeltniveaus in der Branche!

    • Im DRK-Rettungsdienst in Hannover sind hochqualifizierte Notfallsanitäter*innen nach der Ausbildung nur als Rettungssanitäter* innen weiterbeschäftigt worden. Die Folge: Der Nachwuchs wird abgeschreckt!

    • In vielen DRK-Firmen gilt kein Tarifvertrag. Die Folge: Arbeitsbedingungen nach Nasenfaktor statt gleiche und verbindliche Regelungen für alle!

    Wir meinen: Was in anderen Bundesländern geht, ist auch in Niedersachsen möglich.

    Der DRK-Reformtarif muss flächendeckend gelten. Die Beschäftigten des DRK haben es verdient. Notfallsanitäter*innen, Altenpfleger* innen, Erzieher*innen, Krankenschwestern, Sozialarbeiter*innen, Blutfahrer*innen u.a. sind unser gesellschaftlicher Reichtum.

    Sie sind Gold wert, weil …

    • sie für Sicherheit sorgen,
    • sie den Lebensstandard aller erhöhen,
    • sie Schwachen zur Seite stehen,
    • sie auch bei hohen Belastungen Stand halten,
    • sie in schwierigen Situationen Verantwortung übernehmen!

    Wir erinnern das DRK in Niedersachsen:
    Auch Wohlfahrtsverbände können uns reicher machen, wenn sie Verantwortung übernehmen für das Gesundheits- und Sozialwesen. Gute, transparente und attraktive Arbeitsbedingungen ziehen Nachwuchs und Fachkräfte an und verhindern, dass aus den Beschäftigten von heute die Altersarmen von morgen werden.

    Deshalb:
    Ein DRK – ein Tarifvertrag! Für attraktive Arbeitsbedingungen!

    Mach mit bei der Aktion am 10. November in Hannover!

    Kommt zur ver.di-Aktion bei der DRK-Landesversammlung unter dem Motto
    »Gesundheits- und Sozialdienste sind Gold wert«
    am Samstag, 10. November 2018, 9.00 Uhr,
    vor dem HCC/Niedersachsenhalle in Hannover (Theodor-Heuss-Platz).